Tausche Zement gegen Hemingway

Tausche Zement gegen Hemingway

Tausche Zement gegen Hemingway

Dieses Buch beleuchtet ein spezielles Kapitel deutscher Geschichte: das Buch- und Verlagswesen jenes versunkenen Landes, das die Leselust auf seine Fahnen geschrieben hatte. In kaum einem anderen Staat wurden nämlich derart viele Bücher pro Kopf der Bevölkerung konsumiert wie in der ehemaligen DDR. Ein Buch über persönlich erlebte Literatur der DDR.

Der Autor zählte zu den handverlesenen West-Journalisten, die in den achtziger Jahren in die DDR einreisen und dort recherchieren durften. Das war eine Zeit, in der sich gesellschaftliche Auflösungsprozesse noch nicht abzeichneten. Der SED-Staat hielt die Zügel fest in der Hand.

Der vorliegende Band dokumentiert ausgewählte Artikel und Interviews zum Thema Buch und Buchkunst. Es wird der Umgang mit dem nationalen »Erbe« an den Beispielen Goethe und Luther dargestellt. Das Stichwort Karl May will zeigen, wie hilflos die DDR mit einem der bekanntesten deutschen Trivialautoren umging. Zusätzlich wird ein kurzer Abriss der DDR-Literaturgeschichte geboten.

Die für diese Veröffentlichung zusammengestellten Beiträge stammen aus den Jahren 1982/83. Sie verdeutlichen exemplarisch, wie die DDR mit Büchern sowie ihren Verfassern, Illustratoren und Verlegern umging.

 

Wilhelm Ruprecht Frieling

TAUSCHE ZEMENT GEGEN HEMNGWAY. Beiträge zur Literaturgeschichte der DDR

Erhältlich als Paperback: H I E R (Bitte klicken)

Erhältlich als E-Book: H I E R (Bitte klicken)

Stimmen zu »Tausche Zement gegen Hemingway«

Frieling hält  ein Lesevergnügen bereit, wenn man „vergnüglich“ findet zu lesen, welch seltsame Blüten der DDR-Literatur-, Lektüre- und Kulturbetrieb aus westlicher Sicht trieb. Deshalb nur ein paar Andeutungen, zugegebenermaßen willkürlich-subjektiv und von einem Leser, der nicht die Gelegenheit hatte, die sozialistisch geprägte Lesekultur selbst in Augenschein zu nehmen:
• Man lächle: Plaste-Körbe als Zugangsberechtigung beim Besuch einer mäßig bestückten Buchhandlung, in der selbst (ost-)inländisch Interessantes nur mit viel Glück unter dem Ladentisch und West-Lektüre bloß mit guten Beziehungen oder einer Ware (eben: „Zement gegen Hemingway“) zu bekommen ist.
• Man bedenke: Bücher als Mangelware als Folge von Papierkontingentierung und die DDR bezüglich Titelvielfalt als Schlusslicht in Europa.
• Man staune: Goethe als Vorreiter der Arbeiter- und Bauernmacht in einem touristisch höchst langweiligen, aber klassisch verschnörkelten Weimar.
• Man frage sich: Ein geschäftstüchtig vermarkteter Karl May, aber ganz ohne seine Romane, ohne Winnetou und Old Shatterhand?
• Man stelle sich vor: Das Großreinemachen in Halle, Eisleben, Wittenberg und Eisenach auf dem Weg zum 500. Geburtstag Martin Luthers, dem vom DDR-Staat vereinnahmten, auf marxistisch-leninistischen Forschungsstand getrimmten Reformator und Rebell.

Dr. Eberhard Kleinschmidt

 

Beim Lesen in Frielings Titel kann man sich in die real vergangene Zeit der DDR wunderbar rein versetzen – wie in eine Zeitmaschine.

Michael Kowarsch, Buchhandlung in Buch

 

Dieses Buch von Ruprecht Frieling hat mich sehr gut informiert über einen ganz wichtigen Teil deutscher Vergangenheit und es hat mich zum Nachdenken gebracht dahingehend, dass ich in Zukunft manche Gegebenheiten deutsch-deutscher Gegenwart differenzierter mit mehr Hintergrundwissen betrachten werde.

Renate Hupfeld

 

Frieling legt mit diesem Buch ein wichtiges Stück Zeit- und Kulturgeschichte aus einem Land vor, von dem man heute leider immer weniger weiß und das ist schade.

Ulrich Kretzler

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